Nächste Veranstaltung Reihe SalonAtelier: Vortrag zu Salomon Ludwig Steinheim, Ort: Literarisches Café im Christianeum, Donnerstag, 5. Nov., 19 Uhr

Donnerstag, den 5. November: Vortrag von Prof. Dr. Lars Lambrecht im Literarischen Café im Christianeum (Otto-Ernst-Straße 34)  

Steinheim besuchte von 1805 bis 1807 das Altonaer Gymnasium Academicum Christianeum mit einem großartigen Abgangszeugnis:
„Wir verabschieden uns nun von unserem geliebten jungen Mann in der festen Hoffnung, dass er weiterhin nach dem Besten strebt.“
Danach absolvierte er ein Medizinstudium in Berlin und Kiel, von 1813 bis 1845 war er als Hospital- und Armenarzt in Altona tätig, wohnhaft
an der Palmaille. Er war u. a. Mitbegründer einer Elbebadeanstalt, Poet, Musiker und Autor. Sein Hauptwerk, „Die Offenbarung nach dem Lehrbegriff der Synagoge“, an dem er 30 Jahre gearbeitet hatte, erschien in 4 Bänden und umfasste medizinische, philosophische und theologische Forschungen. Kurz: ein Universalgelehrter und praktischer
Humanist.
Im Herbst 1845 verließ er zusammen mit seiner Frau Altona und lebte später in Rom. Er starb im Mai 1866 in Zürich. Seine sterblichen Überreste wurden später durch Vermittlung des Rechtsanwaltes Max Warburg auf den israelitischen Friedhof an der Königsstraße überführt.
Der Vortrag konzentriert sich auf zwei frühe Aspekte von Steinheims Wirken: Es ist erstens sein Kampf gegen die Judenfeindschaft in Schleswig-Holstein und Altona, die extremen Angriffe seitens des Altonaer Wundarztes, Geburtshelfers und Augenarztes, des in Rendsburg geborenen und sechs Jahre älteren Schülers H.P.D. Reichenbach, der 1811 nur vier Jahre nach Steinheim das Christianeum verlassen hatte. Zweitens soll auf Steinheims solidarische, vor allem aber äußerst kritische Stellungnahmen zum Hamburger
Israelitischen Tempel und die reformerischen Bestrebungen eingegangen werden.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und der Eintritt ist frei. 

Referent: Prof. Dr. Lars Lambrecht
Veranstaltungsort:
Christianeum, Literarisches Café
Otto-Ernst-Straße 34
22605 Hamburg

Die Reihe SalonAtelier wird von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gefördert.