Prof. em. Michael Meyer gibt Auskunft über die Bedeutung des Tempels in der Hamburger Poolstrasse

In diesem 10minütigen Beitrag gibt Prof. em. Michael Meyer Auskunft über die Bedeutung des Tempels in der Hamburger Poolstrasse für Reformjudentum in Vergangenheit und Gegenwart.

Michael Meyer ist Autor von zahlreichen preisgekrönten Büchern und emeritierter Professor am Hebrew Union College in Cincinnati, Ohio. Das Hebrew Union College ist die älteste Ausbildungsstätte für liberale Rabbiner. Der Campus in Cincinnati war der erste, es folgten dann noch LA, NY und Jerusalem.
Zu seinen Werken gehört neben der jüngst bei CH Beck in München erschienenen Leo Baeck-Biographie auch das Grundlagenwerk über die Geschichte des Reformjudentums, „Response to Modernity: A History of the Reform Movement in Judaism“, das 1988 auf Englisch erschien und den National Jewish Book Award gewann, sowie in zahlreiche Sprachen, darunter auch ins Deutsche unter dem Titel „Antwort auf die Moderne: Geschichte der Reformbewegung im Judentum“ übersetzt wurde und im Jahr 2000 erschien.

Dieser Videobeitrag entstand für eine Veranstaltung, die der Verein TempelForum in seiner Reihe SalonAtelier gemeinsam mit der Patriotischen Gesellschaft und dem Denkmalverein am 23. November durchgeführt hat und die bei der Patriotischen Gesellschaft in Anwesenheit von rund 150 Gästen stattgefunden hat.

Auf dem Programm stand eine Podiumsdiskussion mit:

Begrüßung: Dr. Willfried Maier, 1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft von 1765

Lennart Hellberg, Vorsitzender des Denkmalvereins Hamburg
Dr. Anna Joss, Leiterin des Denkmalschutzamtes Hamburg
Prof. Dr. Miriam Rürup, Vorsitzende des Vereins TempelForum e.V. (erkrankt, stattdessen: Alexandra Merten, Vorstandsmitglied im Verein TempelForum e.V.)
Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen (erkrankt)
Eike Steinig, 2. Vorsitzender des Israelitischen Tempelverbands zu Hamburg von 1817
Hon.-Prof. Anna Katharina Zülch, Vorsitzende des Hamburger Denkmalrats

Moderation: Dr. Ingrid Nümann-Seidewinkel, Mitglied des Beirats der Patriotischen Gesellschaft

Rauschen – Zwischen klassischer und populärer Musikkultur (4.12.2022 – 18:00 Uhr)

In Erinnerung an unsere gemeinsame Veranstaltung am 11.9.2021 möchten wir Sie herzlich auf das Konzert in der Hauptkirche St. Katharinen am 4.12.2022 aufmerksam machen. Wer von Ihnen damals nicht die Gelegenheit hatte, an unserer Veranstaltung teilzunehmen, hat nun doch noch die Möglichkeit, den musikalischen Part erleben zu können.

Es wird ein Konzert sein, dass die Bedeutung jüdischer Tradition in der europäischen Kammermusik hörbar werden lässt. Das Konzert findet am 4.12. um 18 Uhr statt.

Den Ticketlink gibt es hier: 

https://www.eventim.de/event/katharinenkonzerte-hauptkirche-st-katharinen-rauschen-hauptkirche-st-katharinen-hauptkirche-st-katharinen-16027716

Di, 13. Dez, 18 Uhr: nächste Veranstaltung der Reihe SalonAtelier: Heinrich Heine – eine biografische Lesung zum 225. Geburtstag

Heinrich Heine (1797–1856). Eine biografische Lesung zum 225. Geburtstag
Wir laden ein zu einer besonderen Lesung am Dienstag, 13.12., 18 Uhr in der Apostelkirche in Eimsbüttel.

Heinrich Heine war in Hamburg ein häufiger Gast und verbrachte hier insgesamt sechs Jahre seines Lebens. Zuletzt besuchte er die Stadt im Sommer 1844 während der
Einweihung des Tempels in der Poolstraße, den sein Onkel Salomon mitfinanziert hatte. Zum 225. Geburtstag erinnern die SchauspielerInnen Marlies Engel und Michael Weber
mit von Norma van der Walde ausgewählten Texten an den scharfen politischen Beobachter und Gesellschaftskritiker, als der sich Heinrich Heine selbst verstand. „Ich habe nie großen Wert gelegt auf Dichterruhm, und ob man meine Lieder preiset oder tadelt, es kümmert mich wenig“, heißt es in den Reisebildern. „Aber ein Schwert sollt ihr mir auf den
Sarg legen; denn ich war ein braver Soldat im Befreiungskriege der Menschheit.“

Für die freundliche Unterstützung danken wir der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

https://hamburg-tempel-poolstrasse.de/wp-content/uploads/2022/09/Flyer_04.2022.pdf

Der vergessene Tempel – Quo vadis Poolstraße?

Wir freuen uns, unsere Reihe „SalonAtelier“ (gefördert von der Zeitstiftung Gert und Evelyn Bucerius) auch im November fortsetzen zu können.

Diesmal in einer Kooperationsveranstaltung mit der Patriotischen Gesellschaft und dem Denkmalverein Hamburg:

Der vergessene Tempel – Quo vadis Poolstraße?

Diskussionsveranstaltung

Ort: Haus der Patriotischen Gesellschaft, Reimarus-Saal, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg
Zeit: 23.11.2022, 18:00 Uhr

ZUR ANMELDUNG

Unter dem Titel „Der vergessene Tempel – Quo vadis Poolstraße?“ möchten wir über den aktuellen Zustand, die denkmalpflegerischen Planungen und Perspektiven für den denkmalgeschützten, ehemaligen Tempel in der Poolstraße sprechen, der als erster liberaler jüdischer Synagogenbau eine besondere Bedeutung nicht nur in Hamburg, sondern in der gesamten liberalen jüdischen Welt hat.

Der 1817 gegründete Neue Israelitische Tempel-Verein in Hamburg war eine der ersten reformjüdischen Gemeinden der Welt. 1842 legte er in der Poolstraße den Grundstein des Tempels, der von 1844 bis zum Umzug der Gemeinde in die Oberstraße 1931 ununterbrochen genutzt und 1943/44 durch Bombentreffer schwer beschädigt wurde. Die baulichen Reste des Tempels wurden nach jahrzehntelangem Verfall 2020 von der Stadt Hamburg gekauft und sollen denkmalgerecht saniert werden.


Begrüßung: Dr. Willfried Maier, 1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft von 1765

Podiumsdiskussion mit

Lennart Hellberg, Vorsitzender des Denkmalvereins Hamburg
Dr. Anna Joss, Leiterin des Denkmalschutzamtes Hamburg
Prof. Dr. Miriam Rürup, Vorsitzende des Vereins Tempelforum e.V.
Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen
Eike Steinig, 2. Vorsitzender des Israelitischen Tempelverbands zu Hamburg von 1817
Hon.-Prof. Anna Katharina Zülch, Vorsitzende des Hamburger Denkmalrats

Moderation: Dr. Ingrid Nümann-Seidewinkel, Mitglied des Beirats der Patriotischen Gesellschaft

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verein Tempelforum e.V. und dem Denkmalverein Hamburg e.V. statt.

Reihe SalonAtelier geht weiter: Stellas Morgenstern gibt ein Konzert am 13. Oktober, 19 Uhr!


Stella ́s Morgenstern ist mit dem Programm„Beautiful Songs“ und„New & Old Jewish Folk“ am 13. Oktober in der Tempelruine in der Poolstraße zu hören! Dabei sind die charismatische Sängerin Stella, Ausnahme-Gitarrist Andreas Hecht und der Tel Aviver Songschreiber Jerry Merose.

In ihren Beautiful Songs mischen sie neben Folk auch Country, Blues, Latin, Chansons und Swing. Im Konzert am 13. Oktober im Duo. 2 Stimmen, 4 Hände und 12 Instrumente liefern ein Feuerwerk für Ohren, Augen und Herzen. Das Duo singt Lieder von der Liebe, von Höhenflügen und Glücksgefühlen, die das Publikum auf eine Berg- und Talfahrt
der Gefühle mitnehmen. In poetischen Texten, voller Humor, Witz und Ironie, kann sich jeder ZuhörerIn mit diesen Songs identifizieren. Ihre eigenen Kompositionen mischt das Ensemble mit traditionellen jiddischen und hebräischen Balladen und zau-
bert so eine ganz individuelle Mischung aus altem und neuem jüdischen Folk, der in keine Schublade passen will. Die meisten Lieder sind Kompositionen des Tel Aviver Künstlers prof*merose, in der anglo-sächsischen Folk-Tradition, als Blues oder Chansons gesetzt, gemischt mit mediterran- orientalischen Stimmungen.
Dazu kommt Stella`s persönliche und unverwechselbare Art, mit dem Publikum zu kommunizieren. Konzerte von Stella‘s Morgenstern sind abwechslungsreich, heiter und emotional.

Treffpunkt 19 Uhr Eingang zur Poolstraße 12-14.

Die Reihe SalonAtelier wird gefördert von der Zeit-Stiftung Gerd und Ebelin Bucerius.

Neuer Flyer, neue Veranstaltungen der Reihe SalonAtelier Okt-Dez 2022

Die Reihe SalonAtelier
In einem Hinterhof der Hamburger Poolstraße stand einst der erste jemals realisierte Tempelbau einer liberalen jüdischen Gemeinde. Heute ist vom Neuen Israelitischen
Tempel nur noch eine Ruine erhalten. Mit der Veranstaltungsreihe SalonAtelier möchten wir am historischen Ort auf den Umgang mit diesem einzigartigen Baudenkmal und auf dieses jüdische Kulturerbe Hamburgs aufmerksam machen und zur Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit und ihrer Bedeutung für die Gegenwart einladen.

Für die freundliche Unterstützung danken wir der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

So, 11.9.2022, 14 und 17 Uhr: Vorstellung Tempel Poolstraße bei Tag des offenen Denkmals

Kommen Sie am Tag des offenen Denkmals der Stiftung Denkmalpflege doch auch in der Ruine des Tempels Poolstraße vorbei. Mitglieder des Vereins TempelForum e.V. stellen die historische Bedeutung dieses Denkmals vor und Mitglieder des Vereins und der Initative zur Rettung und Öffnung der Ruine stehen zu Gesprächen zur Verfügung.

Mehr zum Gesamtprogramm hier: https://www.denkmalstiftung.de/index.php?pg=denkmaltag&me1=216&hl=de

Samstag, 3. September: Aufatmen-Festival!

Am 3. September ist das Festival Aufatmen zu Gast in der Poolstraße /https://aufatmen-hamburg.de/

Um 17 Uhr lädt Lux Æterna in der Reihe SalonAtelier zu einem Konzert: „Psalmen und Naturgesänge“

Der religiöse und politische Reformeifer des 1817 gegründeten Israelitischen Tempelverbandes zeigte sich besonders in seinem musikalischen Programm.
Neben Orgelmusik erhielt erstmals auch gemischter Chorgesang Einzug in die Gottesdienste. Das Hamburger Vokalensemble Lux Æterna knüpft im Rahmen des
Aktionstags „aufatmen – Hamburg singt und spielt!“ an diese Tradition des Ortes an und singt ein Konzert mit dem Titel „Psalmen und Naturgesänge“. Einen wichtigen
Beitrag zur jüdisch-christlichen Musiktradition leistete das in Hamburg geborene Geschwisterpaar Fanny Hensel (geb. Mendelssohn) und Felix Mendelssohn-
Bartholdy. Ihre geistlichen und weltlichen Werke werden ergänzt durch Kompositionen von Claudio Monteverdi, Heinrich Schütz, Felicitas Kukuck, György Ligeti und anderen. Im Anschluss laden wir Sie zu einem Getränk und weiteren Gesprächen ein.

Stadtrundgang mit Dr. Jürgen Böning am 11. August

Am 11. August fand in der Reihe SalonAtelier ein Stadtrundgang mit dem Historiker Dr. Jürgen Böning statt. Unter dem Titel „Von der Börse zu Salons und Altkleidermärkten“ führte er eine rund 20köpfige Gruppe Interessierter durch die Neustadt, ausgehend vom ehemaligen israelitischen Tempel in der Poolstraße.

Zwischen Poolstraße und Elbstraße, Großneumarkt,
Millerntor und Holstentor lag das Gebiet der Neustadt,
in dem JüdInnen seit 1773 in Hamburg wohnen durften
und mussten – mit starken Beschränkungen der
Gewerbe, die sie ausüben durften. Erst die Erkämpfung
der Bürgerrechte und Gewerbefreiheit nach 1860
ermöglichte ihnen das Wohnen in der ganzen Stadt.
Danach war der Israelitische Tempel von 1844 in der
Poolstraße nicht mehr Zentrum ihres Lebens.

Der Sozial- und Technikhistoriker Dr. Jürgen Bönig folgt
den Spuren des frühen Antisemitismus in Hamburg
und zeigt die Orte, an denen im ehemaligen Judenviertel
Hamburgs die Emanzipation der Menschheit
von Religion und ständischer Beschränkung diskutiert
und organisiert worden ist: von den Salons in der Poolstraße
zur ehemaligen „Judenbörse“ in der Elbstraße
(heute Neanderstraße) und zum Haus des Bildungsvereins
für Arbeiter von 1844 in der ABC-Straße.

Chief Executive der Foundation for Jewish Heritage in London, Michael Mail, besucht die Tempelruine in Hamburg

Am 29. Juni war Michael Mail, Direktor der Foundation of Jewish Heritage in London, zu Besuch in Hamburg. Die englische Stiftung unterstützt die Rettung der Tempelruine in der Poolstraße seit mehreren Jahren. Er traf sich mit Siri Keil und Miriam Rürup, um sich über die Situation vor Ort auszutauschen und besuchte die Tempelruine.

Mehr zu der Londoner Stiftung und zum Besuch von Michael Mail siehe hier:

https://www.foundationforjewishheritage.com/post/foundation-visits-hamburg

Michael Mail (Chief Executive of Foundation forJewish Heritage) und Miriam Rürup (Vorsitzende des Vereins TempelForum) vor Ort.