Mittwoch, 2. September 2026, 18 Uhr
Eintritt frei!
Edvard Moritz (1891–1974) war ein deutsch-amerikanischer Komponist, Musikpädagoge, Regisseur, Bratschist und Pianist. In Hamburg geboren besuchte er die Oberrealschule Eimsbüttel. Als Kind erhielt er Musik- und Geigenunterricht vom Konzertmeister der Hamburger Philharmoniker Heinrich Bandler (1878–1944), der im Ghetto Litzmannstadt ermordet wurde. Moritz studierte in Berlin und in Paris u. a. bei Claude Debussy, dann bei Arthur Nikisch in Leipzig, der auch mit dem Berliner Philharmonischen Orchester die Uraufführung der Burleske op. 9 von Moritz veranstaltete. Moritz lebte fortan in Berlin
und trat dort als auch in einer großen Reihe europäischer Städte als Geiger und Gastdirigent auf. Ab 1933 wurde Moritz verfolgt und aus der Genossenschaft Deutscher Tonsetzer und später aus der Reichsmusikammer ausgeschlossen. 1934/35 gründete und leitete er in Hamburg das Jüdische Kammerorchester, das sich vor allem durch Aufführungen mit der Jewish Society for Art and Science finanzierte.
Moritz gründete 1936 ein neues Streichorchester und dirigierte das Jüdische Kammerorchesters Berlin, bevor ihm seine Lehrerlaubnis für nicht jüdische Jugendliche abgesprochen und ein generelles Berufsverbot erteilt wurde. 1937 reiste Moritz von Antwerpen nach New York und debütierte im dortigen Rathaus am 2. Mai 1938 mit dem
Edvard Moritz Chamber Orchestra. Ab 1940 lehrte er an der La Follette School of Music in New York.
Das Jewish Chamber Orchestra Hamburg sieht sich in der Nachfolge des Jüdischen Kammerorchesters und wird das Streichquartett op. 10, Nachtmusik, von Edvard Moritz spielen. Der Leiter, Emanuel Meshvinski, wird den Abend moderieren und die Biografie und das musikalische Werk von Moritz erläutern.
Eine Veranstaltung der Reihe SalonAtelier mit freundlicher Unterstützung der Zeitstiftung Gerd und Ebelin Bucerius.
In Kooperation mit dem Jewish Chamber Orchestra Hamburg und arabesques. das deutsch-französische kulturfestival
Veranstaltungsort:
Ruine des Israelitischen Tempels
Poolstraße 12, 20355 Hamburg
Der Eintritt ist frei.

