Spannende Ausstellung in Galerie TEMPEL1844!

Präsentiert werden die Portrait-Fotografien von Katja Ruge, die sie während des Lockdowns in den Räumlichkeiten der einstigen Reformsynagoge von Hamburger Musiker*innen angefertigt hat – um noch einmal auf den Ort aufmerksam zu machen und ihn zu verewigen. Denn nach wie vor ist nicht klar, wie es mit dem einmaligen jüdischen Kulturdenkmal, von dem heute nur noch die Ruinen der Apsis und Eingangshalle vorhanden sind, weitergehen wird.

Während des Lockdowns entschloss sich die Fotografin Katja Ruge, noch einmal auf den Ort aufmerksam zu machen und sich mit Hamburger Musiker*innen in den Räumlichkeiten zu treffen. Entstanden sind Portraits, die nun vom 4. bis zum 11. September 2020 angeschaut werden können.

http://newsletter.freunde-der-kunsthalle.de/nl/306

Rückblick: „Tempelleuchten“ mit Michael Batz

Im Dezember 2019 fanden zwei Veranstaltungen mit dem Lichtkünstler Michael Batz statt. Am 1. Advent sowie zur 1. Chanukkakerze (am 4. Advent) kamen jeweils etwas mehr als 100 Menschen zum ersten und zweiten Tempelleuchten. Ursprünglich war geplant, mit einer Lichtinstallation von Michael Batz die Tempelruine selbst leuchten zu lassen. Da dies nicht auf dem Grundstück, das Privatgelände ist, stattfinden konnte, hat dies als künstlerische Aktion auf der Strasse stattgefunden. Mit Lichtbildern und Erzählungen über die Geschichte dieses einzigartigen Ortes. Die Veranstaltung wurde in ähnlicher Weise Mitte Februar wiederholt und fand als Lichtbildvortrag in der angrenzenden Schule statt.

Internationale Unterstützung

Diese Ruine ist vermutlich eines der bedeutendsten architektonischen Überreste der jüdischen Reformbewegung, die im 19. Jahrhundert mit dem liberalen Judentum von Hamburg ihren Ausgang nahm. Mittlerweile erweckt der Zustand der ersten Reformsynagoge der Welt auch internationale Beachtung. Besonders besorgt sind die Foundation Jewish Heritage in London, die Schwestergemeinden der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Großbritannien und den USA und die World Union of Progressive Judaism.

Die Foundation for Jewish Heritage, London, hat das Objekt in seine „Top 19 Watchlist“ der am stärksten bedrohten jüdischen Relikte in Europa aufgenommen (die Liste umfasst insgesamt 3.318 Objekte). Es besteht eindeutig die Gefahr, dass es durch Vernachlässigung weiter verfällt und damit aus der zeitgenössischen Wahrnehmung verschwindet. Das Gelände ist soll verkauft werden und auch wenn es unter Denkmalschutz steht ist unklar, was weiter damit geschehen wird.

Rettet die Synagogen-Ruine in der Neustadt!

Rettet die Synagogen-Ruine!

In der Hamburger Neustadt findet sich, in einem Hinterhof versteckt, eine kläglich vernachlässigte Ruine. Sie ist Überrest eines Bombenschadens aus dem Jahr 1943. Und sie ist der Überrest einer 175 Jahre alten, historisch wertvollen und außergewöhnlichen Synagoge, der seitdem verrottet. Das ist ein Skandal. weiterlesen…

Miriam Rürup, in: Hamburger Morgenpost, 27.11.2019

2017: 200jähriges Jubiläum Israelitischer Tempelverband

Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) und das Abraham Geiger Kolleg (AGK) an der Universität Potsdam beleuchteten 2017 anlässlich des 200jährigen Jubiläums des Neuen Israelitischen Tempelvereins in Hamburg die Entwicklung der religiösen Pluralisierung im Judentum bis heute mit Schwerpunkt auf den progressiven Strömungen. Unter der Leitung des Rabbiners und Vorsitzenden der Union progressiver Juden, Prof. Dr. Dr. Walter Homolka, und dem stellvertretenden Leiter des IGdJ, PD Dr. Andreas Brämer, fand im Dezember 2017 eine Konferenz statt. Dabei fand auch ein Gedenken in der Poolstraße statt.